
Durch den
Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird das Risiko abgesichert, wenn der Versicherungsnehmer seiner beruflichen Tätigkeit infolge gesundheitlicher Einschränkungen nach einem Unfall oder einer
Erkrankung nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nachgehen kann. Tritt der Versicherungsfall ein, erhält der Versicherungsnehmer eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente in vereinbarter Höhe und für einen festgelegten Zeitraum von seinem Versicherer. Bevor der Versicherungsvertrag jedoch zustande kommt, muss der Versicherungsnehmer einen Antrag stellen.
Neben persönlichen Angaben spielen dabei vor allem der ausgeübte Beruf und der Gesundheitszustand des Antragstellers eine entscheidende Rolle. Bei der Risikoeinstufung des Berufes arbeiten Versicherer häufig mit vier Berufsgruppen, die aus Berufen mit geringer Gefährdung, kaufmännischen Berufen, Berufen mit größerer Gefährdung und Berufen mit sehr großer Gefährdung bestehen. Je höher das Risiko für den Eintritt der Berufsunfähigkeit ist, desto höher ist auch die fällige Versicherungsprämie. Allerdings gibt es Berufe, die ein derart großes Risiko beinhalten, dass die Versicherung deren Absicherung gänzlich ablehnen kann. Daneben beinhaltet der Antrag in aller Regel eine Gesundheitsprüfung, die entweder durch das Ausfüllen eines Fragebogens oder in einigen Fällen durch eine medizinische Untersuchung erfolgt.
Anhand der Gesundheitsprüfung werden sowohl der aktuelle Gesundheitszustand als auch mögliche Vorerkrankungen ermittelt. Je nach Ergebnis dieser Gesundheitsprüfung kann der Antrag vollständig abgelehnt oder bestimmte Leistungen aus dem Versicherungsumfang ausgeschlossen werden. Hatte der Versicherungsnehmer beispielsweise bereits einen Bandscheibenvorfall, kann die Versicherung das Erbringen einer Leistung im Falle eines weiteren Bandscheibenvorfalls oder damit zusammenhängender Erkrankungen ausschließen. Daneben besteht die Möglichkeit, dass die Versicherung Risikozuschläge erhebt. Dennoch müssen die Fragen zum Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantwortet werden, da der Versicherungsschutz ansonsten nicht gewährleistet ist. Allerdings können die Beurteilungen des Risikos zwischen den einzelnen Versicherungsunternehmen variieren, so dass es durchaus möglich ist, dass eine Versicherung den Antrag ablehnt, während eine andere Versicherung nur einen geringen Risikozuschlag erhebt. Daher lohnt es sich immer, mehrere Versicherungen und deren Konditionen miteinander zu vergleichen.